Klang – Kunst – CAGE

mit MEHR MUSIK! Ensemble, Ensemble Safari und Gerald Fiebig  

Im Rahmen der Ausstellung „Sabine Groschup – DER DOPPELTE (T)RAUM“ laden
das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) und MEHR MUSIK!
zu einem Konzert mit Werken von John Cage ein.


John Cage (1912-1992), Musiker, Komponist, Autor, Künstler, gilt als einer der
innovativsten und ideenreichsten Köpfe der Musikwelt des 20. Jahrhunderts. Er
ist bis heute Vorbild für Kunstschaffende verschiedenster Gattungen. Auch
Sabine Groschup findet ihre künstlerische Inspiration in Cages radikalen
Werken.


Dieser Abend bietet einen Ausschnitt aus Cages vielfältigen Schaffensperioden.
Auch 30 Jahre nach seinem Tod polarisieren und erstaunen Cages
Kompositionen immer noch – „the phenomenon is endlessly fascinating“ (Peter
Dickinson).


MEHR MUSIK! Ensemble & Ensemble Safari:
Harry Alt, Stefan Brodte, Chloe Brooks, Sebastian Hausl, Ute Legner, Shenglong
Li, Iris Lichtinger, Jakob Mader, Christian Z. Müller


Recordings: Gerald Fiebig


Einführung: Karl B. Murr


Konzeption: Ute Legner & Iris Lichtinger


Freitag, 7. Oktober 2022, 19.00 Uhr, Staatliches Textil- und Industriemuseum
Augsburg (tim), Provinostr. 46, 86153 Augsburg
Eintritt: 10,- Euro / erm. 8,- Euro; Mitglieder Förder- und Freundeskreis tim e.V.
6,- Euro
Der Besuch der Ausstellung ist im Ticketpreis inkludiert; die Ausstellung kann
ab 18.00 Uhr besichtigt werden
Ticketreservierung: Tel. 0821 – 81001-50 Abendkasse.
Eine Veranstaltung des Staatlichen Textil- und Industriemuseums Augsburg
(tim) & MEHR MUSIK!

Fräulein Tönchens Musikkoffer (Folge 32: Musik und Geräusche)

Heute knackt’s und rauscht’s, fiept’s und piepst’s im Koffer. Fräulein Tönchen sperrt die Ohren auf und entdeckt gemeinsam mit ihrem Gast Gerald Fiebig jene Musik, die uns immer und überall umgibt. Gerald ist Klangkünstler und fängt die Klänge unseres Alltags mit seinen Mikrofonen ein.

EMERGE plays Gerald Fiebig

Konzert beginnt bei / concert starts at 1:20:50
attenuation circuit präsentiert/presents:
EMERGE plays Gerald Fiebig
[musique concrète – experimental – drone / Augsburg]
Samstag/Saturday, 13.02.21
start 21:00 (cet)


(english version below)
Das Augsburger Kulturzentrum „villa“ startet am 13. Februar 2021 eine neue Reihe mit Livestream-Konzerten. Den Auftakt bildet ein Konzert von EMERGE aka Sascha Stadlmeier. Der Augsburger Musiker, Betreiber des Labels attenuation circuit und Veranstalter des „re:flexions sound-art festivals“ im Kulturhaus abraxas kuratiert auch in der „villa“ seit Jahren eine Konzertreihe, Augsburgs einziges ganzjähriges Forum für experimentelle Musik.
Seit einem Jahrzehnt ist EMERGE aka Sascha Stadlmeier eines von Augsburgs internationalen Aushängeschildern in Sachen experimenteller elektronischer Musik und Klangkunst. Seine Tourneen führten ihn bereits durch fast alle Länder Kontinentaleuropas und Skandinaviens. Bei seinen Konzerten entstehen immer wieder gemeinsame Improvisationen zusammen mit anderen Künstler*innen. Zwei davon sind soeben auf der CD „Fiebig / EMERGE / LLS“ erschienen.
Die beiden Stücke der CD sind Konzertmitschnitte von EMERGE und dem polnischen Projekt Limited Liability Sounds aus Paris sowie von EMERGE und seinem Augsburger Kollegen Gerald Fiebig aus Bochum. Das Livestream-Konzert macht die gemeinsame CD-Veröffentlichung zum Anlass eines neuartigen Experiments unter dem Motto „EMERGE plays Gerald Fiebig“. Stadlmeier spielt solo, verwendet dabei jedoch ausschließlich Geräuschsamples und Klangsequenzen, die Fiebig für ihn vorbereitet hat. Fiebigs Material zitiert die Klangsprache der gemeinsamen CD, doch durch Stadlmeiers Zusammenstellung und Veränderung des vorgegebenen Klangmaterials entsteht im Livekonzert ein neues Musikstück, das über die CD hinausgeht – „ein musikalischer Prozess, dessen Ausgang noch unbekannt ist“, ganz im Sinne von John Cage‘ Definition von experimenteller Musik.
https://emerge.bandcamp.com/album/fiebig-emerge-lls
https://emergeac.wordpress.com/
https://www.facebook.com/emerge.dependenz

On 13 February 2021, the cultural centre „villa“ in Augsburg, Germany, launches a new series of live streaming concerts. The opening night is a concert by EMERGE aka Sascha Stadlmeier. The Augsburg-based musician, who also runs the attenuation circuit label and organises the local „re:flexions sound-art festival,“ has been curating a series of experimental music concerts at „villa“ for years.
For a decade, EMERGE aka Sascha Stadlmeier has been putting Augsburg on the map of the international experimental music and sound art scene, not least by touring in almost every country in continental Europe and Scandinavia. His concerts regularly feature collaborative improvisations with other artists. Two of them have just been documented on the CD „Fiebig / EMERGE / LLS“.
The two pieces on the CD are, respectively, a recording of a concert in Paris by EMERGE and Polish project Limited Liability Sounds, and of a concert in Bochum, Germany, by EMERGE and his Augsburg-based colleague Gerald Fiebig. The live streaming concert takes the collaborative CD release as the starting point for a new kind of experiment: „EMERGE plays Gerald Fiebig“. Stadlmeier plays solo, using only sampled noises and sound sequences prepared for him by Fiebig. Fiebig’s material references the sonic idiom of the collaborative CD, but thanks to Stadlmeier’s way of combining and processing the given elements, the live concert will produce an new piece of music that goes beyond the CD – „a musical process the outcome of which is unknown,“ as John Cage once defined experimental music.
https://emerge.bandcamp.com/album/fiebig-emerge-lls
https://emergeac.wordpress.com/
https://www.facebook.com/emerge.dependenz

www.attenuationcircuit.de
www.emerge.bandcamp.com
https://reflexionsac.wordpress.com/
https://www.facebook.com/reflexionsac/

Golden Donkey Collective feat. Gerald Fiebig

Rhythm and Poetry Wir treten in die Fußstapfen der Beat Generation und ergründen dabei die Ursprünge des Spoken Word und die überraschenden Parallelen zwischen Lyrik und Rap. In der Verbindung von Text und Takt, Vers und Musik entstehen neue Welten zwischen den Zeilen.

Texte: Gerald Fiebig
„beschauzeichen“ (Gedichtband: motörhead klopstöck, 2020)
„Made in Germany“ (Uraufführung, unveröffentlicht)
„mikroklima, live mit schnitt“ (aus der Zeitschrift „randnummer“ Nr. 2)

Musik: Golden Donkey Collective
Simon Kerler – Drums
Nikolas Herrmann – Bass/Keys
Silvan Lackerschmid – Guitar
Vincent Semlinger – MPC
▶︎ Instagram: https://www.instagram.com/frequenzgar…
▶︎ Web: https://www.frequenzgarten.com

Video & Ton: Toni Bihler
▶︎ Web: http://www.videofüralle.de

PINEALIS PRODUCTIONS
Loving all facets of arts and culture. Loving to bring it to your home.
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▶︎ Instagram: ig.com/pinealis.productions
▶︎ Web: http://www.pinealis.de #pinealis

Stefan Barcsay: CETACEA – Vier Stücke von Gerald Fiebig

Vier Stücke von Gerald Fiebig für Gitarre und Zuspiel, komponiert 2020
Stefan Barcsay gewidmet
Aufgenommen bei der Uraufführung am 21. Oktober 2020 im Kulturhaus abraxas, Augsburg

Ein Booklet mit Informationen zu den Stücken sowie die Partituren der Stücke sind im Download enthalten.
Die Zuspieltracks für eine Aufführung der Stücke sind auf Anfrage beim Komponisten erhältlich: fiebiggerald@gmail.com.
Aufführungen sind GEMA- und kostenfrei bei Namensnennung (Creative Commons License: Attribution / No Derivatives)

Die Kompositionen und das dokumentierte Konzert wurden gefördert vom Musikfonds e.V. aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Four pieces by Gerald Fiebig for guitar and playback, composed 2020
Dedicated to Stefan Barcsay
Recorded in concert at the world premiere on 21 October 2020 at Kulturhaus abraxas, Augsburg

A booklet with information on the pieces and the scores are included in the download (both in German).
English translations of the booklet and scores, as well as the playback tracks for a performance of the pieces, are available upon request from the composer: fiebiggerald@gmail.com
Performances must be credited, but are free of charge and royalties (Creative Commons License: Attribution / No Derivatives).

The compositions and the concert documented here were supported by Musikfonds e.V. with funds from the German federal government’s secretary for culture and media. 

Rezension: „Der Highbrow-Award für Dezember geht an Gerald Fiebig & Stephan Barcsay. Ersterer ist Soundartist, der Zweite Gitarrenvirtuose im Bereich Klassik und zeitgenössische Musik. Wie zwei Gehirnhälften setzen sie ein Megabrain-Album aus Gitarrenklassik und Elektroakustik zusammen: »cetacea« (Digitalalbum | gebrauchtemusik.bandcamp.com). Ein Live-Mitschnitt der Uraufführung im Kulturhaus abraxas (Oktober 2020): vier Kompositionen für Gitarre und elektroakustisches Zuspiel. Das Ergebnis ist dabei überraschend: Drone-Stuff wie von Windy & Carl, dann Quiet Music und Minimalklang. Das titelgebende »Cetacea« schließlich – so der zoologische Fachname für Wale – arbeitet mit Field-Recordings, Walaufnahmen und subtilen Soundart-Interventionen. »Echos of Industry III« greift mit dem Motiv des Augsburger Gaswerks Industriegeschichte in Industrialklängen, Noise-Impro und Word-Samples auf.“ – Martin Schmidt in „a3kultur“ (Dezember 2020)

Gespräch zwischen Stefan Barcsay und Gerald Fiebig über das Projekt CETACEA.

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One of the four pieces documented on video by Eric Zwang-Eriksson / Eines der 4 Stücke im Videomitschnitt von Eric Zwang-Eriksson:

Stefan Barcsay spielt „CD“ von Gerald Fiebig

Beim selben Konzert spielte Stefan Barcsay auch „Pietà“ von Larisa Vrhunc.

At the same concert, Stefan Barcsay also performed „Pietà“ by Larisa Vrhunc.

Zander/Fiebig: Modul 1

„Kennzeichnung von Zusatzstoffen“ was the first collaboration of Gerhard Zander and Gerald Fiebig. The piece was conceived specifically for the festival Experimentelle Musik in Munich, which back then was held annually in the refectory of the Technical University Munich.

The sound material of the piece consists exclusively of sound recordings made during the everyday business of the refectory. The sounds were collected using various recording devices (minidisc and MP3 recorder, analogue dictaphone). There was no processing of the sounds other than that effected by the technical properties of the respective recording media. The compositional principles of the piece are editing and montage.

For the performance, selected parts of the field recordings were distributed among several playback devices. These were assembled into a musical structure through the live interplay of the two performers. The construction of the piece arises from the specific qualities of the found sound materials.

„Kennzeichnung von Zusatzstoffen“ makes use of the everyday sounds of the TU-Mensa, especially its characteristally reverberant spatial acoustics (including parts of the building not usually accessible to the public), and integrates these in a transformed, but still recognisable form into the special situation of a musical performance in the same place. The title, too, is a found object from an information placard in the foyer of the refectory.

The piece is based on an idea by „die grenzlandreiter“ (Mathias Huber and Gerald Fiebig) and was realised with the kind support of Thomas Pliatsikas.

After the performance, Simone Rist – a soprano who had had pieces dedicated to her by John Cage and who during her formative years had worked as an assistant to Pierre Schaeffer at GRM in Paris – came up to us and said how much she had enjoyed the way it had reminded her of the 1960s musique concrète style. In 2007, the now-defunct Institut de Musique Electroacoustique de Bourges gave the piece a honorary mention at their annual awards.

We had fallen in love with electroacoustic music, and with this piece, the world of electroacoustic music started loving us back. The confidence gained from this initial collaboration launched us on our way as a duo, which produced numerous live performances and a series of releases between 2007 and 2012. As you will note in the list below, the first release was called Modul 2, but – not unlike the Annual Reports of Throbbing Gristle 🙂 – the first module remained missing until today. Well, now, here goes.

Zander/Fiebig, September 2020

Further releases by Zander/Fiebig:
Modul 2 – brainhall.net/popups/zehn.htm
Modul 3 – emerge.bandcamp.com/album/modul-3
SoundCycle – emerge.bandcamp.com/album/soundcycle
Raumpunkte – emerge.bandcamp.com/album/raumpunkte
Elektroakustisches Picknick (Mischtechnik) – www.youtube.com/watch

Recorded live in performance at the festival Experimentelle Musik at TU-Mensa, Munich, 9 December 2006

Composed and performed by Gerhard Zander and Gerald Fiebig
Recorded and mastered by Gerhard Zander

Commissioned by Stephan Wunderlich and Edith Rom

Original festival programme note in German:

Das Klangmaterial des Stücks besteht ausschließlich aus Originalton-Aufnahmen aus dem alltäglichen Betrieb der TU-Mensa. Diese wurden mittels unterschiedlicher Aufnahmegeräte (Minidisc- und MP3-Recorder, analoges Diktiergerät) „gesammelt“. Über die jeweiligen technischen Besonderheiten der Aufnahmemedien hinaus wurde das Material keiner Verfremdung unterworfen. Die einzigen Kompositionsprinzipien des Stücks sind Schnitt und Montage.

Für die Aufführung werden ausgewählte Teile des O-Ton-Materials auf verschiedene Wiedergabegeräte verteilt. Die Elemente werden im Zusammenspiel zwischen den beiden Aufführenden live zu einer musikalischen Struktur montiert. Der Aufbau des Stücks ergibt sich aus den spezifischen Qualitäten des vorgefundenen Klangmaterials.

„Kennzeichnung von Zusatzstoffen“ greift die alltäglichen Geräusche und insbesondere auch den charakteristischen Raumklang der TU-Mensa auf (auch aus Teilen des Gebäudes, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind) und integriert diese in transformierter, aber noch erkennbarer Form in die besondere Situation einer Musikaufführung am selben Ort. Auch der Titel ist ein Fundstück
aus einem Aushang im Foyer der TU-Mensa.

Das Stück basiert auf einer Idee der Gruppe „die grenzlandreiter“ (Gerald Fiebig und Mathias Huber) und wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung von Thomas Pliatsikas.

RecorderRecorder @ Hörsturm Festival

Plakat 2020_hoersturm A3 KopieFreitag, 11. September 2020 um 22:30 Uhr
Hörsturm Festival in der LMS (Landesmusikschule)
Ried im Innkreis, Österreich

RecorderRecorder
GehHörGang
Konzertinstallation

„Recorder“ ist das englische Wort für Aufnahmegerät und Blockflöte. Elisabeth Haselberger und Gerald Fiebig nutzen als Duo RecorderRecorder in Ulm und Augsburg beide ihre Recorder, um gemeinsam Stücke zu komponieren. Exklusiv für das Hörsturm Festival haben sie ein Stück erarbeitet, in dem das Gebäude der Landesmusikschule Ried i/I selbst mitspielt. Geräuschaufnahmen aus verschiedenen Räumen und Gängen der LMS werden im Stück verarbeitet. Beim Hören entdecken wir, dass in diesem Gebäude nicht nur viel musiziert wird – auch das Haus selbst hat typische Klänge. Die Blockflöte greift rhythmische und harmonische Strukturen aus den aufgenommenen Haus-Klängen auf. Eine besondere Rolle spielen die Boden- und Wandbeläge der Gänge: Sie sorgen immer wieder für eine andere Resonanz unserer Schritte. Das Publikum ist eingeladen, diese verschiedenen Räume selbst hörend zu erkunden. Deshalb beginnt das Konzert mit dem Gang des Publikums hin zum Konzertraum. In den Gängen dienen Hörstationen mit den Klängen von Schritten als akustische Wegweiser. Mit den Geräuschen ihrer eigenen Schritte wirken die Gäste selbst am Konzert mit. Am Ende des gegangenen Hörweges findet dann die Aufführung des Duo RecorderRecorder statt.

Die technische Realisierung dieses Stücks wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von MEHR MUSIK! Augsburg.

Passagen. Werk für Walter Benjamin

Walter_Benjamin_vers_1928SHORT SYNOPSIS IN ENGLISH:

„Passages/Arcades. A Work for Walter Benjamin“ is a tribute to the German philosopher, media theorist, and radio writer marking the 80th anniversary of his death on 26 September 1940. The radiophonic composition consists of several parts which each give acoustic shape to Benjamin’s thought. While the quotes are in German, the piece can be listened to as a sound work whose methods include radio drama, field recording, drone music, improvised sound work, and noise.

Die Uraufführung der radiophonen Komposition „Passagen. Werk für Walter Benjamin“ wurde am 30.08.2020 ab 21.00 Uhr im Rahmen der Sendung „entartet“ live auf Radio Free FM (Ulm) übertragen. Das Stück wurde von Christian Clement für die Redaktion „entartet“ in Auftrag gegeben.

Am 20.09.2020 sendete die Radiofabrik Salzburg in der Sendung „Artarium“ eine speziell dafür eingerichtete Fassung des Stücks.

Am 16.11.2020 um 10:00 Uhr (MEZ) wurde das Stück auf Radiophrenia in einer speziellen 55-Minuten-Fassung gesendet.

 „Passages/Arcades.A Work for Walter Benjamin“ is a tribute to the German philosopher, mediatheorist, and radio writer marking the 80th anniversary of his deathon 26 September 1940. The radiophonic composition consists of several partswhich each give acoustic shape to Benjamin’s thought. While the quotes are inGerman, the composer starts the programme by introducing his concept inEnglish, so it can be listened to as a sound work whose methods include radiodrama, field recording, drone music, improvised sound work, and noise. The relationships created between Benjamin’s texts and the sounds in the piece are partly inspired by the essay „Exploding the Atmosphere: Realizing the Revolutionary Potential of ‚the Last Street Song'“ in which New Zealand-based noise musician Bruce Russell situates experimental sound practice in a political context  by referring to Benjamin and the Situationist International.

Das Stück wurde speziell für diese Sendung entwickelt und erinnert anlässlich seines bevorstehenden 80. Todestags an Walter Benjamin – scharfsinniger Kulturtheoretiker und virtuoser Prosaautor, polemischer Literaturkritiker und visionärer Geschichtsphilosoph, messianischer Kommunist und antifaschistischer Kämpfer und nicht zuletzt medienbewusster Radiomacher.
Das Stück verwebt Zitate aus Benjamins Schriften mit unterschiedlichen Klang-Szenen. Gerald Fiebig hat sich in verschiedenen Texten immer wieder auf Walter Benjamin bezogen, aber noch nie in einer akustischen Arbeit. Die Bezüge, die er in diesem Stück zwischen Benjamins Texten und seinen Sounds herstellt, sind teilweise inspiriert von dem Aufsatz „Exploding the Atmosphere: Realizing the Revolutionary Potential of ‚the Last Street Song'“, in dem der neuseeländische Noise-Musiker Bruce Russell experimentelle Sound-Praxis mit Bezug auf Benjamin und die Situationistische Internationale in einen politischen Kontext stellt.

Außer dem „Passagen-Werk“ (v.a. dem Konvolut N) werden u.a. folgende Texte Walter Benjamins zitiert:

„Über den Begriff der Geschichte“

Das Telefon“ (aus der „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“)

„Der Flaneur“

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

„Was ist das epische Theater?“

Erfahrung und Armut

Der Sürrealismus. Die letzte Momentaufnahme der europäischen Intelligenz“

„Theologisch-politisches Fragment“

motörhead klopstöck / weiß

cover fiebig motörhead

Unter dem Titel „motörhead klopstöck“ erschien am 25.06.2020 das neue Buch des Augsburger Lyrikers Gerald Fiebig. Der Titel im Kölner Verlag parasitenpresse ist Fiebigs erster umfangreicherer Lyrikband seit fast anderthalb Jahrzehnten. Wie im Titel der Name einer Rockband und der eines Dichters, so werden auch im Buch diverse thematische und formale Stränge zusammengeführt. Viele davon ziehen sich seit Fiebigs erstem Buch „kriechstrom“ (1996) durch sein Schaffen.

Thematisch gilt dies etwa für die intensive Auseinandersetzung mit Massenmedien und Popkultur, aber auch die an konkreten Orten festgemachte Suche nach Spuren von Faschismus, Krieg und Kolonialismus. Wie in früheren Bänden begegnet uns Gerald Fiebig als melancholischer bis wütender Beobachter entfremdeten Alltags. Von einer gänzlich unbekannten Seite zeigt sich der Autor hingegen in den Liebesgedichten, die seiner Ehefrau Tine Klink gewidmet sind. Eine eigene Abteilung des Buches ist der sprachspielerischen Dekonstruktion von sprachlichen Geschlechter-Stereotypen gewidmet.

In formaler Hinsicht ist „motörhead klopstöck“ wohl Fiebigs variantenreichstes Buch. Das im Titel angekündigte Niederreißen von Pop- und „Hochkultur“-Grenzzäunen ist Programm. Von Odenstrophe und Sonett über chiffrenhafte Lakonik und dadaeske Collagetexte bis zu binnenreimgetriebenen Spoken-Word-Gedichten bringt Gerald Fiebig hier ein breites Spektrum an lyrischen Formen zum Einsatz.

Paralell dazu erschien am 25.06.2020 das Hörbuch „weiß“.

2005 beendete Gerald Fiebig das letzte Gedicht in seinem Buch „geräuschpegel“ mit dem Wort „weiß“. Der Sonettenkranz „weiß“ schließt direkt daran an. Er wurde 2005 geschrieben, aber erst 2019 in der Zeitschrift „manuskripte“ (Heft 225) abgedruckt. Öffentlich vorgetragen wurde er nur einmal 2020 in einer Livesendung des Literaturkanals Augsburg.