Klonk: Hedgebird

Klonk: Hedgebird

Samstag, 19. September 2015 von 11:00 bis 15:00 Uhr
Maximilianstraße, Augsburg

Klonk (Tine Klink und ich) steuern zu dieser Veranstaltung eine interaktive Klanglandschaft mit dem Titel „Hedgebird“ bei – mit etwas Hilfe von der Bikekitchen Augsburg und den freesound.org-Nutzern juskiddink, j-zazvurek und soundscalpel.com.

Klonk (Tine Klink and I) will contribute an interactive soundscape installation called „Hedgebird“ to this event – with a little help from freesound.org users juskiddink, j-zazvurek, soundscalpel.com, and from Bikekitchen Augsburg.

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Gerald Fiebig & Alexander Möckl: Private Transport

Private Transport

Joux Joux did a great remix of this work.

For English information on this release, please click here.

Gerald Fiebig & Alexander “Poembeat” Möckl: Private Transport
7 Tracks (67:12)

Die Klangerfahrung, die ich allen anderen vorziehe, ist die Erfahrung der Stille. Und die Stille ist heute fast überall auf der Welt der Verkehr. Wenn Sie sich Beethoven oder Mozart anhören, stellen Sie fest, dass sie immer gleich sind. Aber wenn Sie sich den Verkehr anhören, stellen Sie fest, dass er immer anders ist.
John Cage

Um festzustellen, ob Kunst zeitgenössisch ist oder nicht, benutzen wir keine ästhetischen Kriterien mehr (ob sie von Schatten zerstört oder durch Umweltklänge beeinträchtigt wird); (dies vorausgesetzt) benutzen wir gesellschaftliche Kriterien: Kann Handlungen von anderen enthalten.
John Cage

Der Kunsttunnel Augsburg ist ein Projekt des lokalen Freiwilligen-Netzwerks Bündnis für Augsburg. Das 2003 gestartete Projekt hat die Pferseer Unterführung, einen verkehrsreichen Straßentunnel unter der Gleisen des Augsburger Hauptbahnhofs, zu einer Galerie für Graffitikunst und Wandmalerei gemacht. Um das lärmige Ambiente akustisch aufzuwerten, wurde seit 2003 rund um die Uhr Musik von Mozart über ein Soundsystem mit mehreren Lautsprechern in der damals separaten Fußgängerröhre des Tunnels abgespielt. Das von Wolfgang F. Lightmaster entworfene und gebaute Soundsystem ist in einem Schaltschrank in der Mitte des Tunnels untergebracht. 2012 wurde die Wand abgerissen, die den Fußweg vom Autoverkehr auf der Fahrbahn abgetrennt hatte. Damit änderte sich die Akustik des Tunnels, und Mozart wurde, außer in sehr leisen Nachtstunden, praktisch völlig vom Verkehr übertönt.

Deshalb wurde im Herbst 2012 eine neue Möglichkeit entwickelt, um den Kunsttunnel tagsüber zu bespielen. Die Installation „Public Transport“ von Gerald Fiebig und Alexander „Poembeat“ Möckl wurde im November 2012 gestartet. Sie nutzt das vorhandene Soundsystem, arbeitet aber mit dem Verkehrslärm anstatt gegen ihn. Erstmals erprobt wurde diese Methode 1977 von Max Neuhaus in seiner Klanginstallation „Times Square“ auf dem gleichnamigen Platz in New York.

Fiebig und Möckl entwickelten einen langgezogenen Drone-Sound, der auf den Intervallen von nur zwei Tönen basiert (A und H [englisch: B] für AugsBurg). Diese vermischen sich auf subtile, nahezu unterschwellige Art mit den Klängen des Verkehrs und geben so diesem ‚Lärm’ einen ästhetischen Rahmen. Der Titel „Private Transport“ bezieht sich nicht nur auf die Dominanz von Autos (und nicht etwa Bussen oder Straßenbahnen) im Tunnel, sondern auch auf die Verschiebung der Hörhaltung, die durch diese implizite Musikalisierung des Verkehrs ermöglicht wird. Der Klang aus den Lautsprechern, die den Blicken entzogen sind, bildet einen Teil der akustischen Gesamtumgebung des Tunnels. Er lädt die Vorbeigehenden und -radelnden dazu ein, sich einzulassen auf die Möglichkeiten von ästhetischem Genuss, die in den unendlichen Variationen der Verkehrsgeräusche angelegt sind, so wie man sich in ein Musikstück einhört. „Private Transport“ ist keine fixierte Komposition, sondern der Name, den man jedem einzelnen Mix aus Tonspur und Umweltklängen geben könnte, den die Vorbeigehenden und -radelnden beim hörenden Durchqueren des Tunnels in ihren Köpfen entstehen lassen. Dieser prozesshafte, interaktive Aspekt der Klangarbeit entspricht dem ständigen Wandel der visuellen Arbeiten im Kunsttunnel, zu dem immer wieder neue ehrenamtliche Künstler Arbeiten beisteuern, wobei frühere Arbeiten übermalt werden.

Track 1 bis 5 dokumentieren Eindrücke von der Installation zu verschiedenen Tageszeiten. Sie wurden beim Gehen durch den Tunnel mit einem Paar In-Ear-Mikrofone OKM-II von Soundmaster auf einem Zoom-H2-Recorder aufgenommen und mit der Software Audition 3.0 bearbeitet. Track 6 dokumentiert die Begegnung mit einem Passanten während einer der Aufnahmen. Track 7 ist ein 20-minütiger Loop aus der Tonspur, die im Kunsttunnel Augsburg läuft. Sie können Sie im Rahmen einer Creative-Commons-Lizenz verwenden, um an einem lärmigen Ort Ihrer Wahl Ihren eigenen „Private Transport“ zu kreieren. Bitte geben Sie dabei den Titel und die Urheber an. Falls Sie das Material verwenden, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns dies per Mail an geraldfiebig(at)aol.com mitteilen.

Komposition und Einspielung der Tonspur: Gerald Fiebig
Arrangement, Tontechnik, Schnitt und Produktion der Tonspur: Alexander “Poembeat” Möckl
Künstlerische Leitung und Sounddesign: Wolfgang F. Lightmaster für Bündnis für Augsburg
Aufnahme und Schnitt der Fieldrecordings: Gerald Fiebig

Klanggasse

Klanggasse_01

Photo (c) Eva Ellersdorfer-Meissnerova

 

The everyday sounds of Klanggasse (‚Sound Lane‘) in Vienna’s 2nd district were transferred into TONSPUR_passage, a sound art space in MuseumsQuartier on the other side of the city. Realised in February 2013 with a TONSPUR artist in residence grant from quartier21/MuseumsQuartier, exhibited from 24 February to 22 May, 2013.

 

Die Alltagsklänge der Klanggasse im 2. Wiener Gemeindebezirk wurden in die TONSPUR_passage versetzt, eine Klangkunstpassage im MuseumsQuartier auf der anderen Seite der Stadt. Realisiert im Februar 2013 mit einem TONSPUR-Artist-in-Residence-Stipendium des quartier21/MuseumsQuartier, ausgestellt vom 24. Februar bis 22. Mai 2013.

 

 

Zander/Fiebig: SoundCycle

„Together it makes sense: the somewhat hesitant played music forming small masses of sound with the street sounds in which they are produced. Throughout quite gentle music, improvised on the spot on mainly electronic sources and the environment being an extra sound element. … quite nice“
Frans de Waard, Vital Weekly

„Mittels eines am Cellobogen angebrachten Mikrofons wird der Ton von Architektur aufgenommen, mit Samples, Mischpult und Effektgeräten wird der Ton moduliert, noch erweitert durch ein zufällig gefundenes Glockenspiel. So ergibt sich in den sieben sehr unterschiedlichen Aufnahmen ein vielfältiges und tonal vielschichtiges und tiefes Bild, das von Neuer Musik bis zu einzelnen rauen Passagen reicht und vor allem durch das normale Grundrauschen der Umgebung oftmals an gespenstische Whitenoise-Aufnahmen denken lässt.“
MaGrAe, Kulturterrorismus

Elektroakustisches Picknick (SoundCycle)

During one day in September 2010, Gerhard Zander and Gerald Fiebig cycled through Augsburg with their electroacoustic equipment and played short concerts in seven different locations, improvising along with the ambient sounds they found there.

An einem Tag im September 2010 radelten Gerhard Zander und Gerald Fiebig mit ihrem elektroakustischen Instrumentarium durch Augsburg und spielten an sieben verschiedenen Orten kurze Konzerte, wobei sie zu den Umweltgeräuschen improvisierten, die sie dort vorfanden.

Akustisches Denkmal für Walter Klingenbeck

Walter-Klingenbeck-Weg, München
(c) Mathias Huber

In the context of „Ortstermine München 2006“, die grenzlandreiter (Mathias Huber and Gerald Fiebig) and several dozen participants with CD and cassette players commemorated anti-fascist acitivist Walter Klingenbeck, murdered by the Nazis in 1943, by walking through his Munich neighbourhood playing a sound collage based on the BBC „Victory“ sign that inspired Klingenbeck’s attempts at airing anti-fascist broadcasts. / Im Rahmen von „Ortstermine München 2006“ erinnerten die grenzlandreiter (Mathias Huber und Gerald Fiebig) und einige Dutzend Teilnehmer mit CD- und Kassettengeräten an den 1943 von den Nazis ermordeten Antifaschisten Walter Klingenbeck. Bei einem Rundgang durch sein Münchner Stadtviertel spielten sie eine Klangcollage ab, die auf dem „Victory“-Signal der BBC basierte, die Klingenbecks Versuche mit einem antifaschistischen Radiosender inspiriert hatte.