Gerald Fiebig & Michael Herbst: Herbstblätter III

Ursendung auf Radiophrenia, 13. November 2020 um 14:00 Uhr (MEZ)

The title is both a pun on the name of the author of the featured texts – it literally means „Herbst’s sheets“ – and the German word for „autumn leaves“. Through extreme time-stretching, the ‘authentic’ voice of the author-subject speaking his text (actually, lists of very heterogeneous German words) is turned into an ‘asignifying material flux’ (Christoph Cox), thus blurring the boundaries between meaningful speech, noise, and melody. Other fragments of speech function as rhythmic units. In this way, the piece radicalises certain tendencies of radio art in the tradition of concrete poetry.

Herbstblätter III ist nach einer Live-Performance im Quiet Cue Berlin (Herbstblätter, 2012) und zwei kürzeren elektroakustischen Kompositionen für CD (Herbstblätter II.1 und Herbstblätter II.2, 2013) eine dritte Kooperation zwischen dem Audiokünstler Gerald Fiebig und dem Autor Michael Herbst. Herbstblätter III ist für das Radio vorgesehen. Warum?

Konzept

Vor einem halben Jahrhundert brachte das Neue Hörspiel die konkrete Poesie mit neuen audiotechnischen Möglichkeiten, namentlich der Stereophonie, in Kontakt. Die Stereophonie sah man als zentrales Instrument, um Sprache als klangliches (statt primär semantisches) Material zu komponieren. Franz Mon schrieb dazu: „die stereophonie ist alles andere als ein realistisches medium, sie ist ein artifizielles mittel zur ordnung und unterscheidung von hörwahrnehmungen, die in der monophonie ineinanderfallen müßten.“ (1) Nicht realistisch im Sinne einer Abbildung von sprachexternen Realitäten soll das akustische Sprachspiel der konkreten Poesie sein, sondern selbst ein Stück Realität: „da es unsere sprache ist, die da erscheint, ist das stereophone hörspiel durch und durch ‚real‘, wenn diese bezeichnung überhaupt etwas bezeichnen soll.“ (2)

Mit der digitalen Revolution hat sich die Palette der Klangbearbeitungsmöglichkeiten noch deutlich erweitert. Lassen sich auch die heutigen technischen Mittel produktiv für einen „Hörtext“ (Ferdinand Kriwet (3)) bzw. „auditiven Text“ (gerhard rühm) nutzen, der einer Poetik des Konkreten verpflichtet ist? Herbstblätter III geht dieser Frage in einem praktischen Experiment nach, denn, so Sophea Lerner in ihren Überlegungen zur Zukunft des Radios und der Radiokunst: „If a revolution turns things around, sometimes things coming around again into a new context is more revolutionary than a narrative of progress that goes in a straight line where the future is always in front of us, and never sneaking up behind us.“ (4)

Komposition

Die Texte von Michael Herbst bieten sich dafür als Ausgangsmaterial an, da sie teilweise stark an den Verfahrensweisen der klassischen konkreten Poesie orientiert sind. Das Wort „Blätter“ im Titel bezieht sich beispielsweise darauf, dass die Texte mit einer mechanischen Schreibmaschine geschrieben sind, wobei die materielle Fläche des einzelnen Blattes einen formalen Rahmen für Länge und visuelle Gestalt des Textes setzt. Das Schreiben mit der mechanischen Schreibmaschine verlangsamt gegenüber digitalen Techniken den Schreibprozess und stellt zugleich die Materialität des Schreibmediums bewusst in den Vordergrund, gerade auch durch die unvermeidbaren Ungenauigkeiten im Schriftbild, die die Verwendung eines Farbbands mit sich bringt.

Verlangsamung und Unschärfe werden als zentrale Methoden auf die akustische Ebene des Stücks übernommen: Die Aufnahmen der von Michael Herbst selbst eingesprochenen Texte werden größtenteils extrem verlangsamt. Die sogenannte Sprachmelodie wird dadurch wirklich zu einem melodischen Verlauf. Die Nebengeräusche der Aufnahme (Grundrauschen) gewinnen durch diese Verlangsamung ebenfalls eine neue atmosphärische Qualität, werden zu einer Art Begleitstimme (im musikalischen Sinne).

Die extreme Verlangsamung bzw. Zeitdehnung, die hier zum Einsatz kommt, wäre mit analoger Tonbandtechnik nicht realisierbar gewesen – das Time-Stretching als genuiner Effekt unserer Epoche der digitalen Klangbearbeitung nimmt hier die zentrale kompositorische Rolle ein, die für das Neue Hörspiel die Stereophonie innehatte.

Rhythmische Strukturen werden zudem geschaffen durch Loops, in denen die Stimme nicht gedehnt ist. Sie ist aber entweder auf sehr kurze Partikel unterhalb der semantischen Ebene zugeschnitten, oder es werden Wörter so oft wiederholt, dass sie sich auch für Hörer*innen, die Deutsch verstehen, tendenziell von ihrem Sinn entleeren. Grundsätzlich aber funktioniert das Stück sprachübergreifend, als Klangstruktur.

Herbstblätter III basiert dabei ausschließlich auf Texten, die von einer einzigen Stimme gesprochen werden, der Stimme ihres Autors. Das Stück greift in die Materialität der aufgenommenen Stimme ein. Diese wird mittels der musikalisierenden Zeitdehnung von der ‚authentischen“ Stimme des Autor-Subjekts zu einem „asignifying material flux“ (5). Die Differenz von Signal (Stimme) und Rauschen wird dabei tendenziell aufgehoben. Herbstblätter III problematisiert dadurch nicht nur sprachliche Sinnerzeugung und die Präsenz der menschlichen Stimme, sondern auch das Medium der Audioaufnahme selbst.

Durch die Präsentation dieser Arbeit im Radio wird dieses reflexive, selbstkritische Moment noch zugespitzt. Denn in der Echtzeit-Situation der Radiosendung wird die Produktion, die auf einem Speichermedium fixiert wurde, selbst flüchtig und diffus. In diesem Moment der Selbstauflösung radikalisiert sich das (selbst-) kritische Moment der Herbstblätter.

Würde man den hohen Rilke-Ton, der im „Herbst“ des Titels anklingt, aufgreifen wollen, könnte man also sagen: Durch die Sendung verwehen die Herbstblätter im Äther. Aber vielleicht verfaulen sie auch einfach. Denn die kitschige Metapher wird reflexiv (und selbstironisch) ja dadurch gebrochen, dass der Titel auch einfach ein durchaus beabsichtigter Kalauer mit dem Namen des Autors ist.

1Franz Mon: bemerkungen zur stereophonie. In: Klaus Schöning (Hg.): Neues Hörspiel. Essays, Analysen, Gespräche. Frankfurt am Main 1970, S. 126. Vgl. zur Bedeutung der Stereophonie im selben Band die Beiträge zu meinen auditiven texten von gerhard rühm (S. 57) und Erfahrungen mit der Stereophonie von Heinz Hostnig (S. 129-133)

2Mon S. 127

3Vgl. Ferdinand Kriwet: Sehtexte – Hörtexte. In: Schöning S. 37-45

4Sophea Lerner: The Revolten Will Not Be Televised. In: Knut Aufermann/Helen Hahmann/Sarah Washington/Ralf Wendt (Hgg.): Radio Revolten: 30 Days of Radio Art. Leipzig 2019, S. 288

5Christoph Cox: Beyond Representation and Signification: Toward a Sonic Materialism. In: Journal of Visual Culture Vol 10(2), S. 157

Gerald Fiebig: Chords of Shame

Am 5. Februar 2020 ließ sich der FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten von Thüringen wählen. Während Georg Katzer in seiner Radiokomposition „Mein 1989“ (1990) des demokratischen Aufbruchs in der DDR musikalisch gedenkt, gemahnt mein Stück an einen Tiefpunkt der Demokratie im wiedervereinigten Deutschland. Die im Titel benannten „Akkorde der Schande“ (der Titel ist eine Anleihe bei dem Song „Chords of Fame“ von Phil Ochs) bestehen aus einem beim Umbau meines Studios versehentlich entstandenen Störgeräusch, das mit Resonatoren auf Basis der Töne A, F, D sowie auf Basis der Töne F und D in einer anderen Tonlage gefiltert wurde. Das „P“ von „FDP“ wird durch einen anderen Teil des Noise-Artefakts repräsentiert. Ursprünglich sollten die Akkorde mit besonders geschmacklosen Synthesizer-Presets eingespielt werden, doch der elektroakustische Glitch erwies sich dann als konzeptionell noch besser geeignet, um einen sogenannten „Betriebsunfall“ des Parlamentarismus musikalisch zu thematisieren. Die kompositorische Kernidee des Vertonens von Parteinamen verdanke ich dem Stück „fck a f d“ von elektrojudas (https://elektrojudas.bandcamp.com/track/fck-a-f-d). Die Anregung zu der für viele meiner Arbeiten grundlegenden Methode, Bedeutung tragende Buchstaben und abstrakte Notenwerte in symbolische Bezüge zu setzen, verdanke ich dem Essay „Schrift und Klang in experimenteller Musik und Literatur“ (Zeitschrift für experimentelle Musik, Heft 2, März 1985) von Hans Rudolf Zeller, der wie Georg Katzer 2019 verstorben ist.

Thomas Kemmerich, a politician of the German Liberal Democratic Party (FDP), was elected prime minister of Thuringia with the help of votes from the right-wing populist AfD party. While Georg Katzer remembers the democratic departure of the GDR in his radio composition „Mein 1989“ (1990), my piece is a memorial for the rock bottom of democracy in reunited Germany. The „Chords of Shame“ mentioned in its title (borrowed from the song „Chords of Fame“ by Phil Ochs) consist of a disturbing noise, generated by mistake while renovating my studio, and filtered with resonators based on the tones A, F, D and F and D as well at a different register. The P of FDP is represented by a different part of the noise artefact. Originally, the chords were to be played with synthesizer presets of rather bad taste, but the electroacoustic glitch proved to be better suited to focus on an „operational accident“ of parlamentarianism. The compositional core idea of scoring the names of political parties I owe ro the piece „fck a f d“ by elektrojudas (https://elektrojudas.bandcamp.com/track/fck-a-f-d). The motivation for constructing symbolic connections between abstract note values and letters full of meaning I owe to the essay „Schrift und Klang in experimenteller Musik und Literatur“ (in: Zeitschrift für experimentelle Musik, vol. 2, March 1985) by Hans Rudolf Zeller, who died in 2019, like Georg Katzer.

title: DEGEM CD 18: 20_20
release date: 30.09.2020
artist: various artists
order no.: ed09
time: 76:01 min
full colour digipak with 6-panel fold out booklet in german and english. Curated by Stefan Fricke, produced and designed by Marc Behrens. 1000 copies.

Available from aufabwegen mailorder.
Price: 13,00 euro

DEGEM CD 18: 20_20
2020 is (was) a dramatic year. This is (was) evident already in its first few weeks. Fears, worries, hardships everywhere, even panic, utter helplessness, but also disgraceful ignorance and arrogance towards the perceiveable dangers around us, which continue to increase and diversify steadily, having already taken the lives of hundreds of thousands of people worldwide. This number, which increases daily, this number, which cannot describe the suffering and death of each single human being, this alarming number draws perpetually closer. Much has been (is being) consumed by this, been (is being) laid idle, much (leads) has lead to great existential afflictions. 20_20 – subject and title of the DEGEM CD 18 – records, documents, abstracts (and intervenes against) this situation, these situations, this network of situations, which is, of course, far more extensive and detailed than music could ever encompass. Nevertheless: The CD collects a many-voiced selection of aesthetic statements as hindsights, as previsions, dystopian / utopian / resigning / courageous / protesting / alarming / optimistic / comforting /… /… that react to incidents, experiences, and the severe events in the still ongoing calendar year 2020: Beethoven 250, the continuous destruction of environment and democratic values, the pandemic. This CD is dedicated to the memory of Georg Katzer, pioneer of electroacoustic music in the German Democratic Republic and long-time honorary member of DEGEM, who died on 7 May 2019 at the age of 84 years. In his radio pieces Mon 1789 (1989) and Mein 1989 (1990), the illumination and scrutiny of two important revolutionary years in contemporary history is both impressive and riveting.
With contributions from Marc Behrens, Gerald Fiebig, KedArY, Jörg Lindenmaier, Nicola L. Hein/Joshua Weitzel, Clemens von Reusner, Maximilian Marcoll, Wolfgang Motz, Monika Golla, Peter Kiefer, Klarenz Barlow, Julia Mihály, Ralf Hoyer and Johannes S. Sistermanns.

Passagen. Werk für Walter Benjamin

Walter_Benjamin_vers_1928SHORT SYNOPSIS IN ENGLISH:

„Passages/Arcades. A Work for Walter Benjamin“ is a tribute to the German philosopher, media theorist, and radio writer marking the 80th anniversary of his death on 26 September 1940. The radiophonic composition consists of several parts which each give acoustic shape to Benjamin’s thought. While the quotes are in German, the piece can be listened to as a sound work whose methods include radio drama, field recording, drone music, improvised sound work, and noise.

Die Uraufführung der radiophonen Komposition „Passagen. Werk für Walter Benjamin“ wurde am 30.08.2020 ab 21.00 Uhr im Rahmen der Sendung „entartet“ live auf Radio Free FM (Ulm) übertragen. Das Stück wurde von Christian Clement für die Redaktion „entartet“ in Auftrag gegeben.

Am 20.09.2020 sendete die Radiofabrik Salzburg in der Sendung „Artarium“ eine speziell dafür eingerichtete Fassung des Stücks.

Am 16.11.2020 um 10:00 Uhr (MEZ) wird das Stück auf Radiophrenia in einer speziellen 55-Minuten-Fassung gesendet.

 „Passages/Arcades.A Work for Walter Benjamin“ is a tribute to the German philosopher, mediatheorist, and radio writer marking the 80th anniversary of his deathon 26 September 1940. The radiophonic composition consists of several partswhich each give acoustic shape to Benjamin’s thought. While the quotes are inGerman, the composer starts the programme by introducing his concept inEnglish, so it can be listened to as a sound work whose methods include radiodrama, field recording, drone music, improvised sound work, and noise. This isan original and unique mix of this live radio piece for Radiophrenia.

Das Stück wurde speziell für diese Sendung entwickelt und erinnert anlässlich seines bevorstehenden 80. Todestags an Walter Benjamin – scharfsinniger Kulturtheoretiker und virtuoser Prosaautor, polemischer Literaturkritiker und visionärer Geschichtsphilosoph, messianischer Kommunist und antifaschistischer Kämpfer und nicht zuletzt medienbewusster Radiomacher.
Das Stück verwebt Zitate aus Benjamins Schriften mit unterschiedlichen Klang-Szenen. Gerald Fiebig hat sich in verschiedenen Texten immer wieder auf Walter Benjamin bezogen, aber noch nie in einer akustischen Arbeit. Die Bezüge, die er in diesem Stück zwischen Benjamins Texten und seinen Sounds herstellt, sind teilweise inspiriert von dem Aufsatz „Exploding the Atmosphere: Realizing the Revolutionary Potential of ‚the Last Street Song'“, in dem der neuseeländische Noise-Musiker Bruce Russell experimentelle Sound-Praxis mit Bezug auf Benjamin und die Situationistische Internationale in einen politischen Kontext stellt.

Außer dem „Passagen-Werk“ (v.a. dem Konvolut N) werden u.a. folgende Texte Walter Benjamins zitiert:

„Über den Begriff der Geschichte“

Das Telefon“ (aus der „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“)

„Der Flaneur“

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

„Was ist das epische Theater?“

Erfahrung und Armut

Der Sürrealismus. Die letzte Momentaufnahme der europäischen Intelligenz“

„Theologisch-politisches Fragment“

Ghosts and Echoes

For a couple of years now, I have been thinking about how history and memory can be narrated in sound. The new album Ghosts and Echoes collects different approaches to this, ranging from a mixed-media narrative about industrial work with Christian Z. Müller (a companion piece to our Gasworks) to a drone/noise piece involving the voice of my late grandmother, working at the intersection of the very personal and the very political in that she talks about fighting fascism, and an instrumental meditation about decolonisation. In addition to Christian Z. Müller, my thanks go out to Georg Weckwerth at TONSPUR Vienna, Elisabeth Zimmermann at ORF Kunstradio, Stefan Tiefengraber at Tresor Linz, and Julia Zemanek aka The Bassenger, who in various ways contributed to making this album possible.

fiction circuit (LP)

by ARTIFICIAL MEMORY TRACE / GERALD FIEBIG / EMERGE / PBK

Artificial Memory Trace aka Slavek Kwi and PBK aka Phillip B. Klingler have been pillars of the global DIY experimental music culture for decades. Both of them have released work on attenuation circuit before. Here, they team up with label owner EMERGE aka Sascha Stadlmeier and his colleague Gerald Fiebig. Each one of the four artists contributes one track of about 10 minutes to the album. But while the four-way split LP is a common format in the global sound culture scene, “fiction circuit” is more than just a compilation.

All of the artists on this album share a love of creating electroacoustic music from field recordings or found sounds. Therefore, label manager Stadlmeier invited Artificial Memory Trace (AMT) and PBK to supply source sounds from their archives. These were then used as the basis for the compositions. Leaving the source material identifiable was not the task – it was to be used as raw material to be sculpted, very much in the spirit of acousmatic musique concrète. On the AMT side, we find the tracks by PBK and Gerald Fiebig. They both used AMT’s source material to create their tracks. PBK delivers a dense, rather rhythmic track with a decidedly “industrial” feel. Fiebig’s track, on the contrary, uses the front cover artwork – a digital collage by EMERGE of visual works by Kwi and Klingler, with other works by them reproduced on the lavishly printed LP insert – as a graphic score for realising a rather harmonic ambient piece. On the PBK side, Artificial Memory Trace and EMERGE “play” the source sounds supplied by PBK. The piece by Artificial Memory Trace qualifies as exuberant rhythm noise, while EMERGE goes all the way into rather meditative laminar lower-case drone minimalism. Therefore, regardless of which side of the record one plays first (“AMT” and “PBK” are engraved on the vinyl itself to guide the listener), one will experience, thoroughout the whole album, a change between very different sonic textures and temperaments that showcase the wide range of expressive possibilities of electroacoustic music. This is not the product of good luck, but of planned collective composition: AMT and PBK, as the “guests” on the label, were invited to create whatever they liked without any formal restrictions. As it turned out, both of their works were rather intense and direct in character. Therefore, EMERGE and Fiebig both made an effort to complement each side with a more subdued, quiet piece.

File under: Electroacoustic music, musique concrète

Orientalism: „Ali’s Riot Men“

Orientalism was a conceptual collaboration project of Sustained Development (Gerald Fiebig) and EMERGE (Sascha Stadlmeier).

Field recordings from China
Processed by EMERGE
Stereotyped by Orientalism
Deconstructed by Sustained Development

cover image by Michael Herbst
credits
released April 14, 2013

This side project of Sustained Development processes field recordings from the Far East (with some help from label mate EMERGE) to such an extent that they become hissing, granular sheets of sound resembling, for example, abstract Mille-Plateaux-style electronica rather than anything „concrete“. Reverb and time-stretching make the so-called „real“ sounds recorded during a trip through China into something very different, calm yet faintly ominous, far from the pseudo-documentary pose that is common in “field recordings” as a genre.

To quote Edward Said, who invented the term, “Orientalism is a Western style for dominating, restructuring, and having authority over the Orient” by creating stereotypical images of “the East.” This release by Orientalism (the title of the album and all tracks being anagrams of the word to hint at the ideological limitations of orientalist clichés) aims to subvert the stereotyping that is latent in a lot of field recordings of more or less “exotic” places because they tend to fix a limited sound image of what “the” Orient (or India, Kyoto, etc.) sounds like. In a certain way, the compositional treatment applied to the Chinese field recordings on this album insists on the right of every sound to become (abstract) music instead of just standing in as a tourist snapshot.

Pulsar

The fascination for drone phenomena and the wish to actively examine them were important incentives for my path into Electroacoustic Music. „Pulsar“ is the attempt to make a repetitively pulsating noise loop function like a drone texture by treating it tonally. / Ein wichtiger Impuls für meinen Weg in die elektroakustische Musik war die Faszination durch Drone-Phänomene und der Wunsch nach aktiver Auseinandersetzung mit ihnen. „Pulsar“ ist der Versuch, einen repetitiv pulsierenden Geräusch-Loop durch klangliche Bearbeitung wie eine Drone-Textur wirken zu lassen.

Gerald Fiebig feat. Re-Drum: Live @ K15, Augsburg, 2017-05-27

Gerald Fiebig (poetry, voice) and Re-Drum aka Pavel Aleshin (electronics) meeting in a live improvisation.
Poems (in German) by Gerald Fiebig are from the books geräuschpegel and normalzeit, quotes are from Samuel Beckett, Phil Ochs and Martyn Schmidt.