Gestohlenes Band (retourniert) / Tape Stolen and Returned

ORF Kunstradio, Ö1 – 18. Februar 2018, 23:00 Uhr MEZ / 11 pm CET

In Gerald Fiebigs Plattensammlung findet sich die LP „Strategien gegen Architekturen 80-83“ der Einstürzenden Neubauten und auf dieser Platte gibt es auch den ganz kurzen Track „Gestohlenes Band (ORF)“. Dieser ist Ausgangspunkt der radiokünstlerischen Retournierung des Bandes an den ORF und zwar genau 36 Jahre später. Am 18. Februar 1982 nahm Blixa Bargeld während eines Interviews im ORF-Funkhaus ein Tonband aus dem Studio mit. Einen kurzen Auszug daraus platzierte er als akustisches Readymade unter dem Titel „Gestohlenes Band (ORF)“ auf einer Platte seiner Band Einstürzende Neubauten. Am selben Tag genau 36 Jahre später gibt Gerald Fiebig das Band durch eine Sendung im ORF symbolisch an diesen zurück: Das nur 17 Sekunden lange Stück, von dem Bargeld behauptete, „das zentrale musikalische Element ist die Tatsache, dass es am 18. Februar 82 in Wien gestohlen wurde“, wird bei Fiebig zum einzigen Ausgangsmaterial eines 19-minütigen Radiostücks. „Gestohlenes Band (retourniert)“ oszilliert zwischen Remix und Neukomposition, zwischen Hommage und Parodie und wirft dabei Fragen nach dem Status von Autorenschaft, geistigem Eigentum und Medienwandel auf.

Gerald Fiebig’s next radio piece for ORF Kunstradio in Vienna will be an extended re-mix of „Gestohlenes Band (ORF)“. This 17-second snippet is part of the Einstürzende Neubauten album „Strategies Against Architecture“. The band claimed that „the main musical element is the fact that it was stolen in Vienna on 18 February 1982. On the very same day exactly 36 years later, Fiebig will be returning the tape to ORF symbollically by broadcasting on that very same station a 19-minute version of the Neubauten track that has been, as John Oswald would call it, „bettered by the borrower“. Homage or parody? Decide for yourself.

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nach dem nachkrieg – Gedichte

Mit „nach dem nachkrieg“ legt Gerald Fiebig seinen ersten Gedichtband seit mehr als 10 Jahren vor. Der Band erscheint im Kölner Verlag „parasitenpresse“, der sich seit seiner Gründung im Jahr 2000 einen Namen gemacht hat als Adresse für anspruchsvolle Lyrik-Editionen in ungewöhnlicher Ausstattung.

Gerald Fiebig (*1973) lebt in Augsburg als Lyriker, Audiokünstler und Leiter des Kulturhauses abraxas. Dieses befindet sich in einem ehemaligen Offiziersheim der NS-Wehrmacht, das später von der US-Armee und seit 1995 von der Stadt Augsburg genutzt wird. Das Gebäude und seine Geschichte sind Thema der Gedichte in „nach dem nachkrieg“.

Ausführliche Besprechung des Bandes in der Süddeutschen Zeitung

Vertonung der Gedichte durch Poembeat:

Orientalism: „Ali’s Riot Men“

Orientalism was a conceptual collaboration project of Sustained Development (Gerald Fiebig) and EMERGE (Sascha Stadlmeier).

Field recordings from China
Processed by EMERGE
Stereotyped by Orientalism
Deconstructed by Sustained Development

cover image by Michael Herbst
credits
released April 14, 2013

This side project of Sustained Development processes field recordings from the Far East (with some help from label mate EMERGE) to such an extent that they become hissing, granular sheets of sound resembling, for example, abstract Mille-Plateaux-style electronica rather than anything „concrete“. Reverb and time-stretching make the so-called „real“ sounds recorded during a trip through China into something very different, calm yet faintly ominous, far from the pseudo-documentary pose that is common in “field recordings” as a genre.

To quote Edward Said, who invented the term, “Orientalism is a Western style for dominating, restructuring, and having authority over the Orient” by creating stereotypical images of “the East.” This release by Orientalism (the title of the album and all tracks being anagrams of the word to hint at the ideological limitations of orientalist clichés) aims to subvert the stereotyping that is latent in a lot of field recordings of more or less “exotic” places because they tend to fix a limited sound image of what “the” Orient (or India, Kyoto, etc.) sounds like. In a certain way, the compositional treatment applied to the Chinese field recordings on this album insists on the right of every sound to become (abstract) music instead of just standing in as a tourist snapshot.

Mortuarium

Based on the sounds of a live performance at „Lichtnächte“ festival 2011, the audience, and the performance space, at the „mortuarium“ (indoor gravesite) at Eichstätt cathedral. / In dem Stück wurden Aufnahmen einer Performance von mir beim „Lichtnächte“-Festival 2011 verarbeitet – inklusive Publikumsgeräuschen und der Akustik des Aufführungsortes: das „Mortuarium“ (Grablege) im Eichstätter Dom.

Pulsar

The fascination for drone phenomena and the wish to actively examine them were important incentives for my path into Electroacoustic Music. „Pulsar“ is the attempt to make a repetitively pulsating noise loop function like a drone texture by treating it tonally. / Ein wichtiger Impuls für meinen Weg in die elektroakustische Musik war die Faszination durch Drone-Phänomene und der Wunsch nach aktiver Auseinandersetzung mit ihnen. „Pulsar“ ist der Versuch, einen repetitiv pulsierenden Geräusch-Loop durch klangliche Bearbeitung wie eine Drone-Textur wirken zu lassen.

Pulsar / Evélotion / No recordings

Gerald Fiebig (1973–)
Pulsar (2011, UA)

Gerald Fiebig (1973–)
Evélotion (2015, UA)
Unter Verwendung von Aufnahmen aus dem Archiv von Luc Ferrari (Cliquetis rythmique machine. Créamaille 88 – son industrie accélération et decélération. Créamaille 88 – machine en marche passant de gauche à droite. Labyrinthe portrait – les grenouilles. Grillons et ambiance calme dans la soirée) und Fahrradklingeln aus der Sammlung der Bikekitchen Augsburg (www.bikekitchen-augsburg.de)

Gerald Fiebig (1973–)
No recordings (2007, UA)

DIE !VIER elusive – playful – modern

Bereits zum vierten Mal präsentiert die Augsburger Gesellschaft für neue Musik in ihrem open stage- Konzert eine Auswahl der Augsburger Szene in einem offenen, weiten Spektrum der ästhetisch variantenreichen Spielarten von Gegenwartsmusik.

Musik von John Cage, Fabrizio De Rossi Re , Richard Heller, Stephan Marc Schneider u.a.

Mitwirkende: Iris Lichtinger, Markus Mehr, Gerald Fiebig, das AJE- Kollektiv, Stefan Barcsay, Harald Lillmeyer, Christian Z. Müller, Sebastian Hausl, Stefan Schulzki .

Tickets zu 15 bzw erm. 12 Euro
unter (0821) 324 4155
oder tickets@jetztmusik-augsburg.de
sowie an der Abendkasse

INFO: http://www.jetztmusik-augsburg.de

Eine Veranstaltung von jetzt: Musik! AGNM e.V. in Kooperation mit dem H2- Zentrum für Gegenwartskunst .