ELEVEN minutes

Group exhibition „onAiR2“ by artists in residence at ELEVEN artspace,
Kunst in der Glashalle im Landratsamt Tübingen, Wilhelm-Keil-Str. 50, 72072 Tübingen
6 to 31 August 2018, Mo – Fr, 8.00 – 18.00

#kunstortelevenartspace

 

ELEVEN minutes“ (audio loop, 11’00“)

One day during my 2018 residency at ELEVEN artspace, in the hour between eleven a.m. and noon, I recorded eleven minutes of ambience in the patio of the artspace (then very quiet because all the resident artists were probably at work). These eleven minutes of near silence are the basis for „ELEVEN minutes“. For the installation, they were processed in various ways, among others with a filter effect employing the note E (for ELEVEN) and the frequency of 600 Hz (6 being the number of letters in ELEVEN). This rich sonic texture created out of silence is my homage to the way in which the tranquil atmosphere of ELEVEN artspace has enabled me to focus on new works.

ELEVEN minutes“ (Audio-Loop, 11’00“)

Das Konzept dieses Stücks spielt mit der englischen Bedeutung des Wortes ELEVEN: der Zahl 11. An einem Tag während meines Aufenthalts im Kunsort ELEVEN 2018 nahm ich in der Stunde zwischen 11:00 Uhr und Mittag 11 Minuten lang die Umgebungsklänge im Innenhof des Kunstorts auf. Es war ziemlich still, da wohl alle Künstler*innen bei der Arbeit waren. Diese 11 Minuten fast völliger Stille sind die Basis von „ELEVEN minutes“. Für die Installation wurden sie auf verschiedene Arten bearbeitet, u.a. mit einem Filtereffekt auf der Basis der Note E (wie ELEVEN) und der Frequenz 600 Hz (weil ELEVEN 6 Buchstaben hat). Diese aus Stille gemachten, aber doch vielschichtigen Klangflächen sind meine Hommage an die ruhige Atmosphäre des Kunstorts ELEVEN, die mir die intensive Konzentration auf neue Arbeiten ermöglicht hat.

 

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ELEVEN

Recorded and edited in August 2018 during a residency at ELEVEN artspace, Starzach-Börstingen, Germany

#kunstortelevenartspace

 

„Mayonaise“ live in Wuppertal

CONNEX auf Radio Orange 94.0, Wien
Dienstag, 31. Juli 2018 um 22:00 Uhr
Mayonaise ist das gemeinsame Noise-Poetry-Projekt von Gerald Fiebig (Text & Sampler) und Thorsten Krämer (Text & Loops). Ursprünglich als Hommage an Richard Brautigan und dessen überbordende Metaphorik geplant, entwickelte Mayonaise bald ein Eigenleben. Im Wuppertaler LOCH präsentierten Fiebig und Krämer ihr Projekt im Februar 2018 zum ersten Mal live vor Publikum.
Gerald Fiebig ist Autor und Musiker. Zuletzt erschienen der Gedichtband „nach dem nachkrieg“ (parasitenpresse 2017) und, mit der Band Jesus Jackson und die grenzlandreiter, die CD „Wall of Sound“ (gebrauchtemusik 2017).
Thorsten Krämer ist Autor und Gestalttherapeut. Zuletzt erschienen der Universal-Reiseführer „How to … travel“ (Strzelecki Books 2017) und das Download-Album „Faunakustika“ (yeh.de 2017).

 

KLONK: Klangdüker

Klangdüker

Bildquelle: Landschaftspflegeverband Augsburg

Klanginstallation im Rahmen der Blauen Stunden
Sa, 11. August / Sa, 8. September 2018 jeweils 18.30–23 Uhr
Maximilianmuseum, Fuggerplatz 1, Augsburg

Das ausgeklügelte System von Lechkanälen und Quellbächen im Siebentischwald ist ein wesentlicher Bestandteil der historisch einmaligen Wasserversorgung Augsburgs. Düker sind unterirdische Rohrleitungen, mit denen sich Wasserläufe kreuzen können, ohne sich zu vermischen. Düker sind im Stadtwald Augsburg besonders wichtig, damit sich Quellbäche und Lechkanäle nicht vermischen. Die Quellbäche haben nämlich Trinkwasserqualität, aber die Kanäle enthalten Sedimente aus dem Lech.

Das Duo KLONK (Tine Klink und Gerald Fiebig) hat mit einem Hydrofon (Unterwassermikrofon) die Fließgeräusche verschiedener Bäche und Kanäle im Siebentischwald aufgenommen. Im Mittelpunkt steht der Klang des Siebenbrunner Bachs (einer der Lechkanäle). Er wurde aber nicht „naturbelassen“, sondern mit elektronischen Effekten musikalisiert. Diese Klangveränderung steht symbolisch für die Sedimente, die die Wasserqualität des Siebenbrunner Bachs verändern.

Während der Blauen Stunden wird der Viermetzhof des Maximilianmuseums zum „Klangdüker“. In ihm mischt sich der schwebende Klang, der aus dem Siebenbrunner Bach gewonnen wurde, mit realistisch klingenden Hydrofon-Aufnahmen aus dem Zigeunerbach und dem Grenzgraben sowie mit dem Klang des Augsburger Wassers, das von oben nach unten „live“ durch den Viermetzhof fließt.

The Cadolzburg Experience: On the Use of Sound in a Historic Museum

The museum at Cadolzburg Castle in Germany, opened in 2017, uses a sound installation to present aspects of the building’s history that could not be materially reconstructed. In this article, curators Sebastian Karnatz and Uta Piereth and sound artist Gerald Fiebig explain how the installation alternates between sound effects and musical signifiers to engage visitors with their environment and to spark reflection on the problems of “authenticity” in museums. While the musical thread offers quotes from musical styles representing the castle’shistory, the sound thread gradually deconstructs a “castle soundscape” inspired by film soundtracks.

LEONARDO MUSIC JOURNAL, Vol. 27, pp. 67–70, 2017
(c) ISAST

FiebigKarnatzPiereth_CadolzburgExperience

Auch du, SchusterhAUS – Filmsoundtrack

Auch du, SchusterhAUS from Martina Vodermayer on Vimeo.

„Der Bagger geht um im Augsburger Textilviertel: Nach dem GärtnerhAUS muss das SchusterhAUS einem Neubau weichen. Ende 2016 wird das historische Färbereigebäude von der Bäckerei Schuster aufgegeben und im Frühjahr 2017 in knapp drei Wochen dem Erdboden gleichgemacht. Einen Eintrag in die Denkmalliste gab es für das Schusterhaus nicht. Dafür sind seine letzten Wochen gut dokumentiert und nun im knapp 7-minütigen Stop-Motion-Video mit kurzen Live-Sequenzen zu sehen. Bild + Schnitt (c) 2018 Martina Vodermayer (martavictor.design) – Soundtrack (c) 2018 Gerald Fiebig“

Gestohlenes Band (retourniert) / Tape Stolen and Returned

ORF Kunstradio, Ö1 – 18. Februar 2018, 23:00 Uhr MEZ / 11 pm CET

In Gerald Fiebigs Plattensammlung findet sich die LP „Strategien gegen Architekturen 80-83“ der Einstürzenden Neubauten und auf dieser Platte gibt es auch den ganz kurzen Track „Gestohlenes Band (ORF)“. Dieser ist Ausgangspunkt der radiokünstlerischen Retournierung des Bandes an den ORF und zwar genau 36 Jahre später. Am 18. Februar 1982 nahm Blixa Bargeld während eines Interviews im ORF-Funkhaus ein Tonband aus dem Studio mit. Einen kurzen Auszug daraus platzierte er als akustisches Readymade unter dem Titel „Gestohlenes Band (ORF)“ auf einer Platte seiner Band Einstürzende Neubauten. Am selben Tag genau 36 Jahre später gibt Gerald Fiebig das Band durch eine Sendung im ORF symbolisch an diesen zurück: Das nur 17 Sekunden lange Stück, von dem Bargeld behauptete, „das zentrale musikalische Element ist die Tatsache, dass es am 18. Februar 82 in Wien gestohlen wurde“, wird bei Fiebig zum einzigen Ausgangsmaterial eines 19-minütigen Radiostücks. „Gestohlenes Band (retourniert)“ oszilliert zwischen Remix und Neukomposition, zwischen Hommage und Parodie und wirft dabei Fragen nach dem Status von Autorenschaft, geistigem Eigentum und Medienwandel auf.

Gerald Fiebig’s next radio piece for ORF Kunstradio in Vienna will be an extended re-mix of „Gestohlenes Band (ORF)“. This 17-second snippet is part of the Einstürzende Neubauten album „Strategies Against Architecture“. The band claimed that „the main musical element is the fact that it was stolen in Vienna on 18 February 1982. On the very same day exactly 36 years later, Fiebig will be returning the tape to ORF symbollically by broadcasting on that very same station a 19-minute version of the Neubauten track that has been, as John Oswald would call it, „bettered by the borrower“. Homage or parody? Decide for yourself.