Passagen. Werk für Walter Benjamin

Walter_Benjamin_vers_1928SHORT SYNOPSIS IN ENGLISH:

„Passages/Arcades. A Work for Walter Benjamin“ is a tribute to the German philosopher, media theorist, and radio writer marking the 80th anniversary of his death on 26 September 1940. The radiophonic composition consists of several parts which each give acoustic shape to Benjamin’s thought. While the quotes are in German, the piece can be listened to as a sound work whose methods include radio drama, field recording, drone music, improvised sound work, and noise.

Die Uraufführung der radiophonen Komposition „Passagen. Werk für Walter Benjamin“ wurde am 30.08.2020 ab 21.00 Uhr im Rahmen der Sendung „entartet“ live auf Radio Free FM (Ulm) übertragen. Das Stück wurde von Christian Clement für die Redaktion „entartet“ in Auftrag gegeben.

Am 20.09.2020 sendete die Radiofabrik Salzburg in der Sendung „Artarium“ eine speziell dafür eingerichtete Fassung des Stücks.

Am 16.11.2020 um 10:00 Uhr (MEZ) wird das Stück auf Radiophrenia in einer speziellen 55-Minuten-Fassung gesendet.

 „Passages/Arcades.A Work for Walter Benjamin“ is a tribute to the German philosopher, mediatheorist, and radio writer marking the 80th anniversary of his deathon 26 September 1940. The radiophonic composition consists of several partswhich each give acoustic shape to Benjamin’s thought. While the quotes are inGerman, the composer starts the programme by introducing his concept inEnglish, so it can be listened to as a sound work whose methods include radiodrama, field recording, drone music, improvised sound work, and noise. This isan original and unique mix of this live radio piece for Radiophrenia.

Das Stück wurde speziell für diese Sendung entwickelt und erinnert anlässlich seines bevorstehenden 80. Todestags an Walter Benjamin – scharfsinniger Kulturtheoretiker und virtuoser Prosaautor, polemischer Literaturkritiker und visionärer Geschichtsphilosoph, messianischer Kommunist und antifaschistischer Kämpfer und nicht zuletzt medienbewusster Radiomacher.
Das Stück verwebt Zitate aus Benjamins Schriften mit unterschiedlichen Klang-Szenen. Gerald Fiebig hat sich in verschiedenen Texten immer wieder auf Walter Benjamin bezogen, aber noch nie in einer akustischen Arbeit. Die Bezüge, die er in diesem Stück zwischen Benjamins Texten und seinen Sounds herstellt, sind teilweise inspiriert von dem Aufsatz „Exploding the Atmosphere: Realizing the Revolutionary Potential of ‚the Last Street Song'“, in dem der neuseeländische Noise-Musiker Bruce Russell experimentelle Sound-Praxis mit Bezug auf Benjamin und die Situationistische Internationale in einen politischen Kontext stellt.

Außer dem „Passagen-Werk“ (v.a. dem Konvolut N) werden u.a. folgende Texte Walter Benjamins zitiert:

„Über den Begriff der Geschichte“

Das Telefon“ (aus der „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“)

„Der Flaneur“

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

„Was ist das epische Theater?“

Erfahrung und Armut

Der Sürrealismus. Die letzte Momentaufnahme der europäischen Intelligenz“

„Theologisch-politisches Fragment“

amplification circuit

A study using only (slightly) processed feedbacks of a no-input mixer. / Eine Studie, die nur die (ganz leicht) bearbeiteten Rückkopplungen eines No-input-Mischpults verwendet.

Gerhard Zander/Gerald Fiebig: Modul 3

„Mit Effektgeräten trotzen Fiebig und Zander dem Pult eine erstaunliche Bandbreite an Tönen ab. Da meint man einen pfeifenden Wind zu hören, einen mitteilsamen Außerirdischen, gellende Schreie, zwitschernde Vögel, melancholische Wale, aufgeregte Seehunde, fauchende Drachen, Balzrufe einer noch zu erschaffenden Spezies, das Geräusch, wenn man mit dem Strohhalm die letzten Luftbläschen aus dem Milchshake saugt oder mit dem Fingernagel einen hartnäckigen Aufkleber abrubbelt.“
Timo Lokoschat auf http://www.abendzeitung.de, 2009-11-13

Gerhard Zander/Gerald Fiebig: Modul 2

Modul 2

An overview of the duo’s work from 2007 to 2009, featuring improvisations with no-input mixing boards and other electronics as well as experimental radio art / Ein Querschnitt durch die Arbeiten des Duos von 2007 bis 2009, von Improvisationen mit No-input-Mischpult und anderer Elektronik bis hin zu experimenteller Radiokunst