Modelbau / Gerald Fiebig & William Rossi: split

Grubenwehr Freiburg / attenuation circuit ° GFAC 1003 ° 2023
grubenwehrfreiburg.bandcamp.com ° attenuationcircuit.de

Modelbau
New Page Signal (.-.-.)

all five sections recorded July 2020
modelbau.bandcamp.com

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Gerald Fiebig I William Rossi
Sabir
Pidgin

Gerald Fiebig: electronics, drones, manipulations, ocarina, cigarbox
William Rossi: synthesizers, drones, electronics, piano, shakuhachi, orchestra

Born at the height of the COVID-19 pandemic as a means to express and exorcise the loneliness and uncertainty it brought and the yearning to communicate we responded with, this collaboration quickly started to focus on the concepts of language and communication themselves. A universal constant for humans and the rest of the animal kingdom alike, communication is the door into getting to know the world that surrounds us; physical touch is communication, glances are communication, art is communication, language is communication.
A testament to humans‘ determination in connecting with each other, even in places where different cultures and tongues meet, both Sabir and Pidgin are languages that developed organically in order to bridge the gaps and understand one another.
Languages express the deepest affection, the harshest of condemnations, seething hatred and utmost fragility; an endless kaleidoscope of emotion the music on this record has tried to capture, mimic and convey- 

credits

released January 21, 2023

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AUFRESIGNATION

AUFREGEN und RESIGNIEREN liegen oft nah beieinander, oder anders gesagt: Auf AUFREGUNG und Rebellion folgt nicht selten RESIGNATION. Diese bipolare Pendelbewegung vom Aufbegehren zum Aufgeben, von der Manie zur Depression, vom Rausch zum Kater hat der Augsburger Gitarrist, Komponist und Produzent Oliver Kolek in Gedichten und Songtexten von Gerald Fiebig aufgespürt und zur Grundlage des Minialbums AUFRESIGNATION gemacht. Es erscheint als gemeinsame Veröffentlichung der Augsburger Labels gebrauchtemusik und attenuation circuit.

Dass Kolek das Album auch unter dem Projektnamen AUFRESIGNATION erscheinen lässt, ist konsequent. Denn die jähe Schwankung zwischen entgegengesetzten Stimmungen oder Haltungen ist nicht nur Thema in den Texten, der er vertont hat. Vielmehr macht er sie auch zum Kompositionsprinzip, das sich durch alle vier Stücke zieht. Der Opener “Pillenknick” schlägt von krassem Electroclash unvermittelt in unheimlich heimelige Swing-Gemütlichkeit um (bis die Melancholie zurückschlägt) und erzählt dabei die Verfallsgeschichte emanzipatorischer Protestbewegungen als schlechten Wortwitz der Weltgeschichte (“Die Geschichte spielt immer zwei Mal, das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Kalauer” – so ähnlich hieß das doch bei Marx). “Critical White Noise Studies” sprengt die Grenzen vom Song zum Ambient-Track u.a. durch sein ungewöhnliches Arrangement von Stimmen, die zu düsteren Elektroniksounds Bilder von Sklaverei und (Neo-) Kolonialismus heraufbeschwören. Während sonst alle Instrumente auf dem Album von Oliver Kolek selbst eingespielt wurden, wird er auf diesem Track von Leandra White am Modularsynthesizer unterstützt. Das Stück “Problemzone Lichtmess” verwendet, wie “Critical White Noise Studies”, Textmaterial aus Gerald Fiebigs Gedichtband “motörhead klopstöck” (dessen Titel mit seiner Kollision von “Pop”- und “Hoch”-Kultur schon auf das ungleiche Pärchen aus AUFREGUNG und RESIGNATION vorausdeutet). Bilder von Arbeit und Entfremdung, changierend zwischen sarkastischem Witz und traurigem Zynismus, werden in eine Komposition eingebettet, die von Glitch-Electronica zur atmosphärischen Ballade morpht. Der Abschlusstrack des kompakten Konzeptalbums AUFRESIGNATION verwendet, wie der Opener, einen bislang unveröffentlichten Text, der von Fiebig speziell als Songtext geschrieben wurde. (Der Titel und die erste Strophe sind dabei Zitate des viel zu früh verstorbenen Ostberliner Dichters Matthias BAADER Holst.) Thematisch ist der Übergang von der AUFREGUNG zur RESIGNATION bzw. vom Aktivismus zum Alkoholismus in diesem Popsong nun endgültig abgeschlossen. Doch das letzte Wort hat die Tatsache, dass es das Album überhaupt gibt. Denn zwar könnte man angesichts der Scheußlichkeiten der Welt durchaus den Wunsch haben, sich die (Rettungs-) Decke über den Kopf zu ziehen wie die Figur auf dem Cover. Oliver Kolek dagegen hat eben nicht RESIGNIERT sondern ein AUFREGENDES Album mit schönen Liedern über hässliche Dinge gemacht. Oder, wie es der Protestsänger und Dichter Phil Ochs um 1968 formulierte: “Ah but in such ugly times the true protest is beauty”. 

credits

released January 18, 2023

attenuation circuit ° ACU 1047
attenuationcircuit.de ° attenuation-circuit@web.de

gebrauchtemusik ° gm038
gebrauchtemusik.de

Komposition / Instrumente / Stimme: Oliver Kolek
soundcloud.com/oli-kolek / aufresigniert@web.de
Modular Synthesizer Track 2: Leandra White
soundcloud.com/gehendieleute

Texte: Gerald Fiebig
Track 2,3: Texte aus „motörhead klopstöck“, www.parasitenpresse.de

Mastering: Bernhard Kühne
insta: @bkuehne
Artwork: Bastian Hengge
Picsource: vinicius-amnx-amano

Gerald Fiebig & William Rossi: Lied für Georg Elser

Liner notes by William Rossi:

This is an album born out of anger. Anger at the worldwide rise of fascism, from Italy and Sweden to Hungary, India and the Republican party of the United States. Anger at the end-of-history liberal political class that, under the idea of „it can’t happen here“ and the guise of so-called civility allowed a fascist cancer to fester and grow unchecked. Georg Elser is turning in his grave at the prospect that fascists might be proudly and unapologetically expressing their barbaric and inhumane ideals in the open. But, inspired by Georg Elser and many others like him, we will never allow fascists to feel safe in our spaces and our society.

credits

released January 9, 2023

All Sounds by Gerald Fiebig and William Rossi.
Remixing and Manipulations on Intro and Interim by David Leutkart
Layout by Eleonora Lalalu and William Rossi

Jesus Jackson und die grenzlandreiter spielen Herbert Hindringer

2001 trat Herbert Hindringer erstmals mit einer Lesung seiner Gedichte öffentlich auf – zum Glück, denn damit wurde die deutschsprachige Lyrik um eine großartige Stimme reicher. Am selben Abend – einer Veranstaltung der Literaturzeitschrift „Zeitriss“ in Augsburg – stand auch die Band Jesus Jackson und die grenzlandreiter auf der Bühne. Eine folgenreiche Begegnung: In der Folgezeit schrieb Herbert Hindringer einige Songtexte speziell für die Vertonung durch Jesus Jackson und die grenzlandreiter. Für die damals erst kurz bestehende Band eine große Ehre, denn das enorme poetische Talent von Herbert Hindringer zeigt sich auch in diesen Texten – nicht zuletzt darin, dass er sogar dem Reim-Formular, das es damals auf der Website der Band gab, statt purem Nonsens das „lied in eigener sache“ abgewinnen konnte.

Dieses Mini-Album umfasst erstmals alle Songs, die die Band auf Basis von Herbert Hindringers Texten komponiert hat.

„lied in eigener sache“ und „für euch“ waren jahrelang fester Bestandteil des Live-Repertoires von Jesus Jackson und die grenzlandreiter und sind konsequenterweise auch in den Live-Aufnahmen bereits erschienen, die man hier nochmals hören kann.

Die anderen drei Songs sind Homerecordings von die grenzlandreiter. „susi / von herbert“ und „du kannst fast alles“ werden hier zum ersten Mal veröffentlicht.

Voiceworks

„Zwischen Ambient und Wort-Loop-Zungenbrecher-Punk“ (Alexander Möckl aka Poembeat)

„A short, fun, and profound release“ (Vital Weekly)

After 30 years in poetry and 15 years in sound art, Gerald Fiebig’s »voiceworks« fuse the two strands of his artistic practice in one single release. In addition to electroacoustic compositions based on both his own voice and that of long-time collaborator Michael Herbst, Fiebig presents, for the first time ever, a collection of sound poems.

These run the gamut from nonsensical, rhythmic, yet still rather semantic spoken-word pieces to exercises in voice-based performance art in which speech is impeded by stones of increasing size being inserted into the speaker’s mouth (»Rolling the Stone of Demosthenes up the Fucking Hill«) or a fragment of speech is repeated up to the point of physical exhaustion (»echokammer vs. schreizimmer«). The track »nothing essential happens in the absence of noise« playfully references the book Noise by Jacques Attali, an important early text for the theorisation of noise. Thus, »voiceworks« also continues Gerald Fiebig’s research into the intersections of meaning and noise as well as music and noise that has informed his artistic and theoretical work at least since the release of »Pferseer Klangtrilogie« and »Phonographies« in 2013.

Interview with Gerald Fiebig

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Gerald Fiebig schreibt seit 30 Jahren Lyrik und macht seit 15 Jahren Klangkunst. Mit »voiceworks« führt er nun diese beiden Stränge seiner künstlerischen Praxis in einer einzigen Veröffentlichung zusammen.

Darauf finden sich elektroakustische Kompositionen, die auf der Stimme von Fiebig und der seines langjährigen Kooperationspartners Michael Herbst basieren. Darüber hinaus gibt es hier aber zum allerersten Mal auch eine Sammlung von Lautgedichten zu hören. Diese spannen den Bogen von rhythmischen, aber immer noch recht semantischen Spoken-Word-Nonsenstexten bis zu stimmbasierten Performances. So wird bei »Rolling the Stone of Demosthenes up the Fucking Hill« das Sprechen erschwert, indem der Sprechende immer größere Steine in den Mund nimmt; »echokammer vs. schreizimmer« wiederholt ein Textfragment bis zur körperlichen Erschöpfung der Sprechwerkzeuge.

Das Stück »nothing essential happens in the absence of noise« ist eine humorvolle Anspielung auf das Buch Noise von Jacques Attali, das ein einflussreicher Vorläufer der heutigen Theoriebildung zum Thema Noise ist. Das Konzept Noise – als Rauschen (im Unterschied zur Bedeutung) bzw. als Geräusch oder Lärm (im Unterschied zur Musik) – spielt in Gerald Fiebigs künstlerischer und theoretischer Arbeit (u.a. der Aufsatz Nichts (als) Noise unter der Sonne? – Utopien und Aporien des Noise für Testcard # 26) spätestens seit den beiden 2013 erschienenen Alben »Pferseer Klangtrilogie« und »Phonographies« eine zentrale Rolle. Mit »voiceworks« knüpft Fiebig auch an diesen Aspekt seiner künstlerischen Forschung an.

Interview mit Gerald Fiebig

elektrojudas/Gerald Fiebig: FCK AFD

Der 2018 veröffentlichte Track „fck a f d“ von elektrojudas inspirierte Gerald Fiebig zu seinem eigenen Anti-AfD- (und FDP-) Sück „Chords of Shame“, das 2020 veröffentlicht wurde.

Für diese EP haben elektrojudas und Gerald Fiebig ihre Stücke gegenseitig remixt.

Die EP ist nur als Bandcamp-Download erhältlich. Alle Einnahmen aus dem Verkauf gehen als Spende an die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA).

Noiseworks

Gerhard Zander, who I played with as a duo from 2006 to 2012, first introduced me to the principle of the no-input mixer in 2009. Our way of working with no-input mixers is documented on our releases „Modul 2“ (www.brainhall.net/popups/zehn.htm) and „Modul 3“ (emerge.bandcamp.com/album/modul-3). The tracks from 2009 are examples of my solo improvisations in preparation of our duo rehearsals.

My experiments with the no-input mixer were substantially supported by my brother, Daniel Fiebig aka DJ Daniel Fibrile, who generously donated several generations of worn-out DJ mixers. In 2013, I came back to the no-input mixer in a temporary project in support of the lab30 festival with DJ Fibrile, EMERGE, elektrojudas, and Christian Z. Müller. Due to schedule problems, I never eventually got to play with them, but the tracks Deconstruction Disco and Disco Deconstruction are, again, documents of my approach at the time.

In the following years, the no-input mixer became part of my set-up for improvising with other musicians because I more and more came to appreciate its peculiar form of responsiveness. It was used in live sets with Udo Schindler and Harald Lillmeyer as well as Udo Schindler and Adrian Pereyra. Most recently, it can be heard on Das Tote Kapital & Gerald Fiebig (emerge.bandcamp.com/album/das-tote-kapital-gerald-fiebig).

During the 2020/2021 Covid pandemic, I made two radio works for which I came back to the no-input mixer as a solo instrument: Passagen. Werk für Walter Benjamin (www.mixcloud.com/gerald-fiebig/passagen-werk-f%C3%BCr-walter-benjamin/) and, in collaboration with Elisabeth Haselberger as Recorder Recorder, In 2 Rooms – A Tribute to Alvin Lucier (kunstradio.at/2021A/16_05_21.html). The recordings from 2021 collected here are further documents from this phase.

Throughout this album, the changes in my approach to the no-input mixer in certain ways reflect my approach to sound and performance as a whole: from the Cage-inspired near-silence of 2009 to the 2013 „meta-techno“ of a misused DJ tool to the noise of 2021. The latter has been inspired quite heavily by Bruce Russell’s sound practice and theory (I highly recommend his book Left-handed Blows, available at brucerussell.bandcamp.com/album/left-handed-blows-access-to-evil). The little would-be manifesto that’s part of this album is a modest tip of the hat to him (without even beginning to make any claims to a comparable level of theoretical rigour and lucidity).

As someone who was never actually trained to play a particular instrument, I was quite surprised when, looking back, I found that the no-input mixer, over the years, had sort of become „my“ instrument.

But I would not have found this loyal companion if it hadn’t been for Gerhard and Daniel. I dedicate this album to them with gratitude for all the things I learned from them about music. 

credits

released November 5, 2021

Performed, recorded & designed by Gerald Fiebig.

Cover photo (design of disco mirror ball) by Gerald Fiebig.
Mirror ball generously supplied by Tine Klink.

Thanks to Daniel „Fibrile“ Fiebig and Gerhard Zander.

Knitworks

The Knitworks were improvised live in the studio in 2016 and 2017. The source sounds were created with knitting needles and other knitting accessories. The resulting samples were then processed using Ableton Live.

In 2016 I was commissioned to do a sound installation at a festival in Augsburg dealing – among other things – with the city’s past as a centre of the textile industry. I used the knitting samples alongside samples of antique weaving machines.

In 2017 my wife and artistic partner Tine Klink aka Oda Klonk and I had our first gallery exhibition as KLONK which featured lots of textile objects and sound. It also involved a happening on the Worldwide Knit in Public Day (10 June, 2017). So I returned to the knitting needle samples with a view to using them in this context, but eventually they did not fit the concept. Therefore, these Knitworks were never performed in public and are previously unreleased.

A lot of inspiration for my Knitworks came from KNITSONIK, the amazing Knit + Sound project of Felicity Ford aka Felix.
Please check out her website at www.knitsonik.com

And of course I would never have thought of this project at all if it wasn’t for the fact that I’m living with a great sound artist and painter (and so much more …) who, unlike myself, actually knows how to knit. 🙂

Therefore, this album is dedicated to Tine. ❤

Siteworks – sound installations 2009 – 2018

„Siteworks“ documents most of the installations and ‚constructed situations‘ Gerald Fiebig realised as a solo artist in gallery, museum, and public spaces between 2009 and 2018.

Joint free download release of attenuation circuit and gebrauchtemusik.

Includes PDF booklet with extensive info on the installations.

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„Siteworks“ dokumentiert die meisten der Installationen und „konstruierten Situationen“, die Gerald Fiebig als Solokünstler zwischen 2009 und 2018 in Galerien, Museen und im öffentlichen Raum realisiert hat.

Gemeinsame Veröffentlichung von attenuation circuit und gebrauchtemusik.

Inklusive PDF-Booklet mit Informationen zu den Installationen.