Sounding Paintings

„Farben sind Schwingungen des Lichts, Töne Schwingungen der Luft. […] Es müsste sich doch berechnen lassen, welche Lichtschwingungen mit welchen Tonschwingungen in Übereinstimmung gebracht werden könnten. Ja, das ist möglich.“ (www.uni-ulm.de/einrichtungen/emu/projekte/archiv/2014-blaue-musik/, 03.12.2016) Aber nach den Erkenntnissen der modernen Physik gibt es keine eindeutige, wissenschaftlich korrekte Übereinstimmung. (vgl. http://www.see-this-sound.at/kompendium/text/43/6, 03.12.2016) Bei der Umdeutung von Farben in Töne muss sich der Audiokünstler also eigene Regeln setzen – ähnlich wie der Maler bei der Gestaltung eines abstrakten Gemäldes. Gerald Fiebig benutzt den von dem Maler Johannes Itten entwickelten Farbkreis, der das sichtbare Farbspektrum in 12 Farbwerte unterteilt, um die 12 Halbtöne der temperierten Klaviertonleiter diesen Farbwerten zuzuordnen. Auf dieser Grundlage werden ihm die Gemälde zu Partituren für die Klangerzeugung, wobei er die Bilder mit zeitlichen Koordinaten versieht. Die so entstandenen Kompositionen arbeiten mit der Schichtung von Klangflächen und Spielgesten – ähnlich wie im Malprozess verschiedene Farbflächen nacheinander aufgetragen und durch grafische Gesten akzentuiert werden.

„Colours are vibrations of light, tones are vibrations of air. […] So it should be possible, which light frequencies can be made to correspond with which tone frequencies. Yes, it is possible.“ (https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/emu/projekte/archiv/2014-blaue-musik/, 2016-12-03, my translation) But according to the insights of modern physics, there is no direct, scientifically correct „match“ (cf. vgl. http://www.see-this-sound.at/kompendium/text/43/6, 2016-12-03). When transforming colours into tones, the sound artist is forced to set up his own rules for himself – much like the painter of an abstract painting. Gerald Fiebig uses the circle of colours devised by the painter Johannes Itten, which divides the spectrum of visible light into 12 colours. To each of these 12 colours, Fiebig assigns one of the 12 semitone of the tempered scale. On this basis, he uses the pictures as scores for creating sound by mapping time coordinates onto the pictures. The resulting compositions employ techniques of layering sound textures and gestures – similar to the process of painting in which layers of colour are superimposed onto one another and accentuated with graphical gestures.

Schulweg Börstingen

582d-1136-47fd-a478-3e7fae050707„Schulweg Börstingen“ was created in October 2016 during a residency at kunstort ELEVEN artspace in Starzach-Börstingen. The residency was part of the „vorort_2_draussen“ symposium and art festival, curated by Monika Golla and Frank Fierke. It invited artists to create work based on their experience in the village of Börstingen. For „Schulweg Börstingen“, I recorded ambient sounds of the village as well as voices of people I asked for the way to the (former) school, which is now home to the „kunstort ELEVEN artspace“. The piece was premiered at the art space at the closing concert of the festival on 20 October, 2016.

Gerald Fiebig: „Stördämpfung“ (Beatrice Ottmann – Stimme, Stefan Schulzki – Klavier und Elektronik)

Samstag, 18.6.2016
17:00 Uhr

Schwere Reiter
Dachauerstr. 114 | München
Tram 12, 20, 21, Bus 53 – Leonrodplatz

#MGNM20Gastspiel

Musiker aus Augsburg spielen Werke von Augsburger und Münchner Komponisten: Ein Austauschprojekt mit der Augsburger Gesellschaft für Neue Musik.
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Münchner Gesellschaft für Neue Musik

Genaues Programm und Besetzung unter:
www.mgnm.de

Gerald Fiebig: Cross Talk / Piano Decay 6 @ EMU-Symposion, Ulm – 03. Juni 2016

Freitag, 3. Juni 2016 – EMU-Symposion im Multimediaraum, N27, Universität Ulm

19:00 Uhr Eröffnung durch Prof. Dr.-Ing. Michael Weber, Präsident der Universität Ulm

EMU-Ensemble
Christian Clement (Ulm) – Hans Reichel und sein Daxophon / Art lecture mit Hörbeispielen
Ein Bericht über ein aussergewöhnliches Musikinstrument und dessen Erfinder.

Matthias Kaul (Hamburg) – Solopercussion

Gerald Fiebig (Augsburg) – Cross Talk und Piano Decay 6 / elektroakustische Kompositionen

‚Cross Talk‘ entwirft eine akustische Utopie, in der Europa zu einer Konvergenzzone verschiedener Kulturen wird ein Gegenentwurf zu der aktuell in Europa um sich greifenden Tendenz zur Abschottung gegenüber dem ‚Fremden‘. Das Stück nutzt dafür religiös codierte Klänge von den West- und Ostgrenzen des so genannten ‚christlichen Abendlandes‘. Auf der Klangreise durch den Stereoraum von den Azoren (Stereo-Links) nach Istanbul (Stereo-Rechts) ist der Klang von der anderen Seite von Anfang an im Stück präsent wie das Übersprechen (Cross talk) im Audiokabel: ‚Eigenes‘ und ‚Fremdes‘ erscheinen untrennbar.

Helga Kölle-Köhler, Reinhard Köhler und Seda Büyüktürkler (Ulm/Augsburg) – time out of joint
Der Butoh-Tänzer Seda Büyüktürkler bezieht sich auf die japanischen Traditionen, gleichzeitig aber auch auf den europäischen Ausdruckstanz. Die Musik von Helga Kölle-Köhler und Reinhard Köhler hat wenig mit konventionellen musikalischen Kategorien zu tun. Auch sie bürsten alles, was wir kennen, gegen den Strich, und geraten dabei out of time. Ein ganz anderes Erleben gerät in den Fokus. – Die drei Künstler arbeiten seit 3 Jahren zusammen und schaffen irrlichternde Performances.

EMU-Ensemble – Butterbrot – synästhetische Komposition für 5 Spieler
Axel Baune – electronics / Andreas Grünvogel-Hurst – electronics / Christine Söffing – electronics / Diether Sommer – electronics / Brigitte Spielmann-Sommer – Stimme //

Jörg Schäffer (München) – TreeH17.reloaded / „WÜST“

Helmholtz-Ensemble (München) – akustische Interventionen mit live visuals
Peter Dietz – Pure Data / Veronica Hoffmann – Pure Data / Sebastian Loh – Pure Data / Martin Siegler – Pure Data / Diether Sommer – Pure Data / Dieter Trüstedt – Pure Data // Brigitte Spielmann-Sommer – live Visuals //

Anfahrt zum Forschungsgebäude N27

Anfahrt mit dem Auto: A8; Ausfahrt Ulm-West Richtung Zentrum auf die B10; dort 2. Ausfahrt „Wissenschaftsstadt/Eselsberg“; danach zwei mal jeweils bei der ersten Gelegenheit links abbiegen.

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Buslinie 3 vom Hauptbahnhof, Haltestelle „Botanischer Garten“

Adresse:
Universität Ulm
Forschungsgebäude N27, Multimediaraum
James-Franck-Ring/Meyerhofstraße
Oberer Eselsberg
D-89081 Ulm